EY-Umfrage - Weniger Wirtschaftskriminalität in Deutschland

Weniger Betrugs- und Korruptionsfälle in Deutschland, in der weltweiten Betrachtung aber nur wenige Fortschritte – so lassen sich die Ergebnisse einer Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY), zusammenfassen, für die mehr als 2.800 Finanzvorstände, Leiter der Revision, der Rechtsabteilung und des Compliance-Managements aus 62 Ländern befragt wurden, davon 50 aus Deutschland. Danach hat die Compliance-Kultur in deutschen Unternehmen zu einem ehrlicheren Geschäftsgebaren geführt. Im Jahr 2014 hatte laut Umfrage jedes vierte Unternehmen in Deutschland einen bedeutsamen Betrugs- oder Korruptionsfall zu beklagen, zwei Jahre zuvor war es noch jedes siebte. Laut EY haben zwar 98 Prozent der deutschen Unternehmen mittlerweile Antibestechungs- beziehungsweise Antikorruptionsrichtlinien, diese seien aber oftmals zu unverbindlich. Die Richtlinien haben nach Ansicht der befragten Manager aber auch eine Kehrseite: 16 Prozent der Befragten sagen, dass ihre Compliance-Richtlinien bereits ihre Wettbewerbsposition negativ beeinträchtigten.  
Weltweiter Spitzenreiter bei entdeckten Betrugs- und Korruptionsfällen ist laut der Umfrage die Ukraine, wo in den vergangenen beiden Jahren fast die Hälfte (48 Prozent) der Unternehmen nach eigenen Angaben einen bedeutsamen Fall verzeichneten. Dahinter folgen Kenia mit 36 Prozent und Südafrika mit 26 Prozent. Die wenigsten Fälle wurden in der Slowakei (keiner), in der Türkei und in Indonesien (jeweils 2 Prozent) entdeckt.

Global Fraud Survey – PDF-Download der Ergebnisse für Deutschland von der EY-Homepage